How to ruin a car

Ein Auto zu entwickeln ist ein unvorstellbarer Aufwand und verschlingt Millionen. Ein PKW ist sicher eines komplexesten Güter, die man sich als Privatmann heutzutage so anschaffen kann, dennoch muss alles tadellos und im besten Fall jahrelang funktionieren. Doch obwohl neue Modelle von riesigen Konzernen mit geballter Erfahrung jahrelang entwickelt werden, gibt es immer Menschen die glauben, es besser zu können. Und an den fertigen Werken herumschrauben.
Das kann sehr gut funktionieren. Bestes Beispiel ist Alpina. Seit über 30 Jahren doktoren die Motorspezialisten an den eigentlich fertigen Modellen von BMW herum und schaffen es irgendwie, diese noch zu verbessern. So schafft der D3 auf Basis des 320d eine tolle Verbindung zwischen Kraft und Sparsamkeit, und sieht obendrein auch noch ziemlich schick aus.

Es kann aber auch total in die Hose gehen – wenn nämlich Leute, die eigentlich keine Ahnung haben, meinen, sie könnten von der Stange kaufen und das Gekaufte eigenhändig verbessern. Ich spreche jetzt hier gar nicht so sehr von dem Corsa mit unlackiertem Bodykit, der anscheinend in jeder Reihenhaussiedlung einmal zuhause ist. Sondern von Leuten, die es ernst meinen und an die Substanz gehen. So geschehen gerade in Wittlich in der Eifel. Dort sitzt seit nun mehr 100 Jahren der Asphaltmischanlagenbauer Benninghoven. Um dieses Jubiläum zu feiern, wechselte man nun gewissermaßen die Seiten des Straßenbelags und „beschenkte“ sich mit einem eigenen Automobil.
Auf Basis des Audi S5 entstand so ein Sportwagen, der aussieht, als hätte ihn ein Fünfjähriger gezeichnet. Es musste unbedingt ein komplett eigenes Design her, das angeblich von englischen Sportwagen „inspiriert“ sein soll. Tatsächlich sieht der PB 5 so aus, als hätte jemand sämtliche Teilelager auf der Insel geplündert und alles in einen großen Betonmischer geworfen. Vorne ein alter Rover, die Seitenlinie Bentley Continental GT, das Heck Lotus. Und dazu eine große Portion Unförmigkeit. Man weiß gar nicht, ob man lachen oder weinen soll.

Wenigstens passt das Design zum Charakter des Autos. Denn man hat zwar den V8 des S5 auf 525 PS aufgepumpt, doch der muss auch unglaubliche 2,1 Tonnen bewegen. Das ist nicht nur fast eine halbe Tonne mehr als der S5 wiegt, sondern auch bedeutend mehr als beispielsweise ein Bugatti Veyron. Die querdynamischen Fähigkeiten des „Benarrow“ sollten daher schwer begrenzt sein.

Wir fassen also zusammen: Ein optisches wie reales Dickschiff mit wahnwitzigem Motor. Und dafür überweisen sie den Herren Asphaltmischerbauern jetzt noch bitte 215.000 Euro. Mal im Ernst, wir alle träumen manchmal davon, uns unser eigenes Auto zu bauen. Das letzten Endes wirklich in die Tat umzusetzen, verlangt eine Menge Willen und Ausdauer (und nicht zu vergessen Geld). Das kann man respektieren. Doch wenn das das Ergebnis ist, dann bleibe ich doch lieber bei menen Träumen.

Bildquellen:
alpina-automobiles.com
auto-motor-und-sport.de

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