Vom Ring ins Wohnzimmer

In 1,5 Monaten geht es auf der Nordschleife wieder los, 24 Stunden lang, Tag und Nacht. Während sich die Rennteams schon wieder an der Nordschleife einfinden und testen, habe ich gerade erst das Rennen des letzten Jahres vollständig verarbeitet. Im wahrsten Sinne des Wortes. In der Begeisterung des Augenblicks musste damals ein Souvenir her, und die Wahl fiel auf einen von diesen.

Den GT2-Reifen gab es beim Michelin-Lager, leider musste er die letzten 11 Monate fast vergessen auf dem Balkon verbringen. Größtes Hindernis war die Frage, was man damit überhaupt machen soll – die hatte sich mir interessanterweise im Moment des Erwerbs gar nicht gestellt. Erst jetzt konnte ich mich aufraffen, das Projekt in Angriff zu nehmen. Form, Größe und Gewicht schränkten den Spielraum für Ideen leider etwas ein, so dass am Ende die Entscheidung für ein Sitzmöbel fiel. Zunächst ergab sich aus der runden Form, dass am Ende ein ganz erheblicher Verschnitt bleiben sollte. Eine Menge Material musste also her.

Doch aus dem Rohmaterial ergaben sich noch ganz andere Probleme. Sollte sich der Reifen nicht auf Dauer unter der Einwirkugn verschiedener Hintern verformen, musste er abgestützt werden – im Innern musste also eine Art Gerüst her. Daraus ergab sich direkt das nächste Problem: Die Öffnungen des Reifens sind naturgemäß weit kleiner als der Innenraum, also musste die Stüttzkonstruktion quasi im Innern gebaut werden. So besteht etwa der Holzring, der die Sitzfläche hält, aus vier halbrunden Teilen, die einzeln ins Innere befördert und erst dort zusammengeschraubt wurden. Dasselbe galt für die Bodenplatte, deren Einzelteile auf der Unterseite miteinander verbunden wurden. Diese beiden Teile wurden dann mit sechs im Kreis angeordneten Pfeilern verbunden, die zwar den Stauraum im Innern einschränken, aber für den stabilen Halt letztendlich unverzichtbar sind. Im Inneren sieht das Ganze letztendlich so aus.

Apropos Stauraum: Einfacher wäre natürlich eine Konstruktion mit fester Decke gewesen. Der Platz im Innern sollte aber nicht verschenkt werden, daher musste ein abnehmbarer Deckel her.

Das Gummi eines solchen Reifens ist relativ weich, und hinterlässt schnell unschöne schwarze Streifen auf glattem Untergrund. Möbelfüße waren daher alternativlos. Kleinere Holzböcke im Innern halten den Außenring hoch, auf dem der Sitzdeckel – und damit auch der Sitzende – aufliegt. Für perfekte Passform bekam dieser noch einen Aluring spendiert.

Natürlich muss auf den Deckel noch ein Polster, schon damit sich niemand Splitter in den Hintern bohrt. Davon abgesehen: Fertig. Und halten tut es auch. Ich kann es förmlich schon sehen, das Leuchten in den Augen der Frau, die das Glück hat einmal mit diesem einzigartigen Möbelstück und mir eine Wohnung zu beziehen. Denn eins ist klar: Wir sind ab jetzt unzertrennlich.

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Eine Antwort zu Vom Ring ins Wohnzimmer

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