Facelift.

Frohes Neues! Es gibt mal wieder von einem persönlichen Projekt zu berichten, das mit einer ganz eigenen Form von Mobilität zu tun hat. Der Leser mag sich erinnern, dass vor etwa drei bis vier Wochen das ganze Land unter eine schöne Schneedecke gehüllt war – bevor über Weihnachten der Frühling ausbrach. Davon inspiriert, begab ich mich bei einem großen deutschen Online-Auktionshaus auf die Suche nach dem simpelsten Transportmittel der Welt, nämlich einem Schlitten.

Das Angebot übertraf meine Erwartungen bei Weitem. Eine reiche Auswahl in allen Formen, Größen und Zuständen, wobei letzteres über die eingestellten Handy-Fotos natürlich nur schwer zu beurteilen ist. Ein bisschen Glück oder Pech ist immer dabei.1 Schon eine Woche nach dem folgenreichen Einfall hielt ich mein Exemplar in den Händen. 25 Euro, beste Eiche, offensichtlich ein Dachbodenfund. Relativ lang (130cm) und flach, ein Sportschlitten sozusagen.Wie alt er genau ist, weiß ich bis heute nicht. Ich tippe auf 50er Jahre, aber vielleicht auch viel älter. Jetzt bekam er jedenfalls eine Überholung.

Also frisch ans Werk. Das bedeutete zunächst: abendfüllende Schleifarbeiten. Der ganze Dreck musste runter, außerdem ergab eine genaue Besichtigung, dass die vorderste Querstrebe nicht mehr zu retten war und ersetzt werden musste – also ab das Teil.

Die Kufen hatten über die Jahre eine Menge Flugrost angesetzt, der aber mit Bohrmaschine und Drahtbürste schnell runter kam. Darunter kam gute Substanz zum Vorschein. Die Kufen sind an den Enden unterschiedlich breit, was für echte Handarbeit spricht. Die musste natürlich erhalten bleiben, die alten Stahlleisten durften also drauf bleiben.

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Der ganze Dreck nicht, also her mit dem Sandpapier. Dass sich der Aufwand lohnt, sieht man auf dem folgenden Bild – links bearbeitet, rechts der Orginalzustand. Da der Schlitten  neu eingepinselt werden sollte, gab es sowieso keine Alternative zum Abschleifen.

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Die reichlich dünnen Sitzlatten des Orginals erschienen mir nicht nur ziemlich unbequem, sonden waren auch nicht mehr im besten Zustand. Also eine neue Sitzbank, bestehend aus drei 6-cm-Latten. Ein echter Po-Schmeichler. Um den alten Herren außerdem vorm Zusammenbruch zu schützen, bekam er Stützen für die Beine.

Nun war alles zugeschnitten, jetzt wurde der Pinsel rausgeholt. Oder sagen wir: vier Pinsel, hat schonmal jemand versucht Lasur aus einem Pinsel zu waschen? Aufgrund der massiven Geruchsentwicklung verlegte ich das Farblabor in den Keller, was allerdings die Trockenzeit verlängerte – nur soviel: 48 Stunden sollte man schon rechnen. Sonst ist die Gefahr hoch, mit den Fingern unschöne Abdrücke rein zu machen. Das Orginal bekam einen schönen dunklen Palisander-Anstrich, alle Neuteile wurden weiß. Die pigmentierte Lasur läßt dabei schön die Holzstruktur durchscheinen.

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Als letztes wurde die neue vordere Querstrebe montiert und mit einem neuen Zugseil versehen. Voila. Dank der schützenden Lasur und den Edelstahlschrauben rundum ist der Korrosion durch Nässe von nun an die Stirn geboten.

Es konnte ja keiner ahnen, dass eine Woche später schon wieder Frühling ist. Aber wenn der Winter doch nochmal anklopft, kommt der Flitzer zum Einsatz. Demnächst gibt es hier auch wieder News zu Mobilität auf vier Rädern, sonst wird das hier immer mehr zum Do-it-yourself Blog. Siehe hier. Zum Abschluss noch eine Großaufnahme:

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2 Antworten zu Facelift.

  1. opabo schreibt:

    Schnittig. Damit hätte das Team Jamaica vielleicht doch eine Schangse beim nächsten Weltcup ;-)

  2. foster schreibt:

    Schön.
    Aber in Original war er doch schöner. ;-)

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