It’s Alive (II): Pikes Peak Hill Climb (ger)

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Regeln und Beschränkungen sind für jeden Motorsport unerlässlich. Fehlen sie, kann das schnell schief gehen – man erinnere sich an die legendäre Gruppe B Rallye-Klasse: mit über 160 km/h über Schotterpisten, getrieben von 600 Turbo-PS – nicht gerade die sicherste Rennserie, nach nur zwei Saisons wurde sie infolge von schrecklichen Unfällen eingestellt. Heute beschränken Regeln PS-Zahl, aber auch Abrieb und Gewicht der Fahrzeuge, nicht nur für die Sicherheit, sondern auch um den Sport für neue Teams zugänglicher zu machen.

Aber manchmal fragt man sich dennoch, wie es ohne all diese Regeln zugehen würde. Was passieren würde, wenn Ingenieure ihre verrücktesten Ideen umsetzen könnten. Es gibt nur noch einen Ort, an dem dies heute möglich ist: Pikes Peak, Colorado. Hier findet jährlich eine Hill Climb Challenge statt, die so genannte „Race to the Clouds“ führt über zwanzig Kilometer Länge 1400 Meter in die Höhe auf den Gipfel des, naja, Pikes Peak. Wie in jedem Motorsport gibt es hier unzählige Klassen, die sich auch ständig ändern. Ganz am oberen Ende steht allerdings eine mit dem verheißungsvollen Namen „unlimited“.

Und genau das ist sie. Was geht, geht. Als die Gruppe B abgeschafft wurde, nahm etwa Walter Röhrl seinen ausrangierten Audi S1, bestückte ihn auf allen Seiten mit riesigen Spoilern und hetzte ihn den Berg hoch. 2011 durchbrach Hill-Climb-Legende Nobuhiro „Monster“ Tajima, der das Rennen seit 5 Jahren gewonnen hatte, erstmal die magische Zehn-Minuten-Marke. Von Suzuki entworfen, machte sein etwa 900 PS starkes Fahrzeug dem Spitznamen seines Fahrers alle Ehre. Eine Nebenbemerkung: Der Herr war zu dem Zeitpunkt 60 Jahre alt. 2012 brachte ebenfalls Suzuki ein E-Mobil an den Start, das mit 10 Minuten und 15 Sekunden beeindruckt nah an diese Zeit kam. Der Pikes Peak Hill Climb ist kein globales Ereignis, aber es lohnt sich, mal zu schauen was hier passiert.

Wie dieses Jahr. Denn Peugeot hat seine Teilnahme angekündigt und wird am 30. Juni mit einem eigenen Fahrzeug vor Ort sein. Und wenn ein großer Hersteller in einen Motorsport einsteigt, dann kommt er meistens, um zu gewinnen. Dafür haben sich die Franzosen zunächst den richtigen Fahrer geangelt: Sebastian Loeb, der die letzten neun WRC-Titel geholt hat und dieses Jahr wahrscheinlich nur deshalb nicht mehr mit macht, weil das auf Dauer ja auch irgendwie langweilig ist. Ihm wird ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, das dem Event angemessen ungeheuerlich ist:

208 T16

Allein der Frontspoiler hat die Größe einer mittleren Tischplatte. Ein paar Daten: 875 Pferdestärken stellt ein doppelt aufgeladener V6 Rennmotor zur Verfügung, der in der Mitte des Autos direkt hinter dem Fahrer positioniert ist – der 208 T16 hat wirklich nur noch den Namen mit Peugeots Kleinwagen gemeinsam. Diese ungeheure Kraft wird auf alle vier Räder verteilt, die dabei betankt und mit Fahrer weniger als eine Tonne bewegen müssen – der Wagen selbst wiegt ganze 875 Kilogramm. Zum Vergleich: Etwa dasselbe Gewicht hat ein Lotus Exige, eine Art Messlatte für superleichte Sportwagen mit herausragenden Fahrleistungen. Allerdings mit über 600 PS weniger als Peugeots Monster.

Das klingt nach einem ordentlichen Paket und einem interessanten Rennen. The Pikes Peak Hill Climb ist ohne Frage eines der unglaublichsten Motorsportrennen der Gegenwart. Um einen Eindruck zu gewinnen, ist die Kooperation von „Monster“ Tajima und GoPro aus dem Jahr 2011 ziemlich hilfreich.

Image courtesy: Peugeot Sport

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