It’s Alive: The Wild Side

Jackie is just speeding away
Thought she was James Dean for a day
Then I guess she had to crash
Valium would have helped that bash
She said, „Hey babe, take a walk on the wild side“
I said, „Hey honey, take a walk on the wild side“

Lou Reed – Walk on the Wild Side

Ich bin kein großer Lou Reed-Fan, aber Walk on the Wild Side ist seit Jahren auf meinem ipod. Ich liebe diesen Kontrast zwischen entspanntem, tiefen Gesang, und dem Inhalt des Songs, der ein Aufruf ist, aus der Ruhe auszubrechen: „Hey Babe, take a walk on the wild side“.

Es mag natürlich auch an der kürzlichen Nachricht von Lou Reeds Tod gelegen haben, dass mir beim Lesen der folgenden Geschichte der Song sofort in den Sinn kam. Weil auch hier jemand etwas ziemlich verrücktes gemacht hat, etwas ohne wirklichen Sinn, aber mit einigen Risiken. Ed Bolians Walk on the Wild Side dauerte ein wenig mehr als 28 Stunden.

So lange brauchten er und sein Beifahrer, um von New York nach Redondo Beach, Californien, zu fahren. Das sind über 2800 Meilen, sprich 4500 Kilometer. Er brach damit einen der wahrscheinlich sinnlosesten Rekorde die es gibt, und das nur, um später seinen Enkelkindern davon erzählen, dass er einmal der schnellste Mann war, der die USA durchquert hat. Wobei die Chancen nicht schlecht sind, dass sein Rekord zu dieser Zeit dann noch Bestand haben wird: Er war so schnell, dass viele von denen, die es vor ihm versucht haben, sich ungläubig die Augen reiben. Aber die Geschichte ist eben deshalb so verrückt, weil Ed außer der Anerkennung einiger weniger Autoverrückter nichts aus seinem Rekord gewinnt. Vielmehr wäre es nicht unwahrscheinlich, wenn morgen die Polizei aus mehr als 10 Staaten auf seiner Fussmatte steht, denn mit ziemlicher Sicherheit dürfte er in keinem der durchquerten Staaten die Geschwindigkeitslimits eingehalten haben. Schon die erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit von 98 Meilen pro Stunde impliziert, dass die Fahrer die überwiegende Zeit mit allen vier Rädern in der Illegalität standen.

ku-bigpic

Aber bevor jetzt jemand „Yolo“ ruft, oder „Carpe Diem“ (ich stelle mir meine Leserschaft gern intellektuell vor): Ed Bolian hat sich keinesfalls planlos in ein Abenteuer gestürzt und hat einfach eine Menge Glück gehabt. Das durchaus planvolle Vorgehen enthielt mehrere GPS-Geräte, ein dreiköpfiges Team im Auto, einen mit zwei Zusatztanks aufgemotzten CL55 AMG, mehrere Radarwarner und Laser-Jammer, er beauftragte sogar ein Unternehmen mit einer externen GPS-Überwachung, um am Ende eine Art Beweis in den Händen halten zu können. In vielen Staaten gab es eine Art Späherauto, mit dem Freunde die Strecke ein bis zwei Stunden vor Ed abfuhren und ihn über Radarfallen und den Verkehr zu informieren. Das alles ändert nichts daran, dass Ed und sein Team Risiken auch für andere in Kauf genommen haben – hätte es einen Unfall mit Verletzten gegeben, hätte er auf wenig Gnade hoffen dürfen. Doch das nahm der zugegeben nicht unerfahrene Fahrer in Kauf, nur um am Ende eine Geschichte erzählen zu können.

Image

many many instruments

Diese Geschichte haben schon einige erzählt: Seit ein gewisser Edwin „Cannonball“ Baker im Jahr 1933 die Strecke in 53,5 Stunden zurücklegte und damit unter anderem den legendären Cannonball-Rennen einen Aufhänger gab, wurde der freilich inoffizielle Rekord immer wieder verbessert, zuletzt auf 31 Stunden und sechs Minuten. Das war 2006. In einem autoliebenden Land wie den USA war die Überquerung des Kontinents schon immer etwas besonderes, die Route in den Westen, von deren Magie auch die Route 66 ihre eigene Legende formte. Es müssen verrückte 28 Stunden gewesen sein, für eine Strecke, die andere in Tagen oder Wochen hinter sich bringen. 28 Stunden on the wild side.

Link: Die ganze Story auf Jalopnik

Lange Nacht wa?

Lange Nacht wa?

 

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