Neues Altes

Ohne große Umschweife zum Thema. Ja, es wurde lang nichts geschrieben, aber es gibt viel zu erzählen. Denn: Ich bin nicht mehr Single. Und das schon seit einer ganzen Weile, was mich vor die Frage stellt, wo ich bei der Erzählung anfangen sollte.

Vielleicht mit folgendem Satz:

If you don’t look back after parking, you bought the wrong car.

Es sollte aus den bisherigen Beiträgen auf dieser Seite ersichtlich sein, dass ich das Thema Automobil nicht ganz nüchtern betrachte. Da kommt man nicht lange ohne eigene vier Räder aus. Auch wenn man wirklich keine braucht. In einer Großstadt ist das eigene Auto in den seltensten Fällen der praktikabelste Weg, von A nach B zu kommen. Schon wenn es bei B keine Parkplätze gibt (was oft der Fall ist), oder wenn in B einige alkoholische Getränke zur Verfügung stehen (was ebenfalls oft der Fall ist). Es gibt die Öffentlichen, das Fahrrad, und ein sehr gut ausgebautes Carsharing.

Wer braucht da ein eigenes Auto? Niemand. Und das ist toll, denn wenn man einen Gegenstand für etwas braucht, muss er gewisse Anforderungen erfüllen (groß/klein, sparsam/günstig). So aber war klar, dass es etwas Besonderes werden musste – und das heißt, es durfte gern etwas älter sein.

Nun saß ich also bereits seit dem Jahreswechsel regelmäßig vor den bekannten Online-Plattformen für den Fahrzeugkauf. Der eine oder andere Händler wurde besucht, und meist enttäuscht wieder verlassen: Ab einem bestimmten Alter ist einfach der Anteil von Rostlauben sehr hoch. Was natürlich niemanden davon abhält, auch für diese Rostlauben zunächst einmal einen ordentlich Klassikerpreis anzusetzen. Bis mal wieder eine vielversprechende Anzeige auftauchte: Mercedes W123 230CE, Baujahr 84, 280 tkm, von privat, und auch noch in der Nähe.

Der erste Eindruck und die Probefahrt waren sehr positiv, es sah nach einer guten Chance aus. Der Motor nagelte etwas, die Grundsubstanz sah aber gut aus und der größte Unterschied zu den bisher gesehen Rüben: Das Coupé fuhr sich tatsächlich wie ein richtiges Auto. Mein Problem: Gesundes Halbwissen ersetzt keinen Expertenblick, leider war keiner der bekannten Experten so spontan verfügbar. Da eine Entscheidung an diesem Abend aber gefällt werden musste, trug mich mein gesundes Halbwissen zum Geldautomaten für die erste Anzahlung, fünf Minuten später war der Vertrag unterschrieben. Mit einer Bedingung: Bis zur Übergabe am folgenden Samstag bekommt er noch einen frischen TÜV. Kein Problem, hieß es da noch.

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Am Freitag mittag, ich war praktischerweise gerade auf der CeBIT in Hannover, war es dann plötzlich doch ein Problem: Ein Kollege des Verkäufers hielt das Lenkspiel für zu hoch, TÜV nicht mehr sicher. Sein Vorschlag: 500 Nachlass für das Risiko, TÜV bleibt bei zwei Restmonaten. Da war ich plötzlich nicht mehr so sicher. Ein neues Lenkgetriebe könnte eine vierstellige Rechnung bedeuten, und ich müsste mich um den TÜV kümmern. Aber ich saß schon drin, und der gute Eindruck hatte sich festgesetzt. Also: Machen.

Der Rest war Formsache, an einem verregneten Samstag um 14:21 saß ich in meinem eigenen Auto und fuhr nach Hause. Fasziniert befühlte ich das Armaturenbrett (nur zwei Risse!), die sich langsam lösenden Zierleisten, wippte auf dem durchgesessenen Sessel hin und her. Mein neues Auto war ein Jahr älter als ich selbst, ob wir miteinander klar kommen würden, musste sich erst noch zeigen. Zwischen Glückstreffer und Blender war noch alles drin.

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Mehr beim nächsten Mal. Cliffhanger!

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